Auf dem Papier scheint die Sache ausgemacht: Am 5. September wird sich Tiz the Law zum 146. Sieger im Kentucky Derby küren. Doch mit insgesamt 20 Teilnehmern gibt es wie jedes Jahr eine lange Liste an Herausforderern und so leicht werden sich diese nicht geschlagen geben.
Da wäre etwa der vielseitige Art Collector, der zuletzt eine 5-er Siegesserie hingelegt hat oder auch Honor A.P, der in seiner noch kurzen Karriere stets zuverlässig zu einem ersten oder zweiten Platz gelaufen ist.
Und das sind längst noch nicht alle Namen, die man auf dem Zettel haben sollte: 2020 führt gleich eine ganze Reihe vielversprechende Dreijährige nach Churchill Downs.
Teilnehmerfeld so gut wie abgesteckt
Mit den Pegasus Stakes (Grade III) wurde in Monmouth Park am vergangenen Samstag das letzte Qualifikationsrennen für das Kentucky Derby abgehalten.
Sieger Pneumatic, der damit ein Ticket für das prestigereiche Rennen in Churchill Downs gelöst hat, wird aber nach Angabe der Verantwortlichen voraussichtlich auf seinen Startplatz verzichten.
Eckdaten zum 146. Kentucky Derby:
Termin: 5. September 2020, 18:50 Uhr Ortszeit (24:50 Uhr MEZ)
Ort: Churchill Downs, Louisville, Kentucky
Distanz: 2.012 Meter
Geläuf: Sand
Qualifikation: Teilnahmeberechtigt sind 3-Jährige; über die Vergabe der Startplätze entscheidet das Punktesystem der „Road to the Kentucky Derby“
Preisgeld: 3 Millionen US-Dollar
Starterfeld: 20
Favorit: Tiz the Law
Letztgültig abgesteckt ist das Teilnehmerfeld, das auf 20 limitiert ist, also noch nicht, daher weisen auch die Wettlisten bei den Wettanbietern einige Namen aus, die noch nachrücken könnten.
Tiz the Law – und dann kommt lange nichts
Mit sechs Siegen in sieben Rennen ist die Siegesbilanz von Tiz the Law beeindruckend, umso mehr, nimmt man die Leistungsklassen in den Blick.
Bereits 2019, als Zweijähriger, gewann der Hengst mit den Champagne Stakes sein erstes Grade I-Rennen, drei weitere Grade I-Erfolge folgten, darunter die Belmont Stakes, womit die Tür zur amerikanischen Triple Crown weit aufgestoßen ist.
Als einzige Niederlage bisher musste Tiz the Law einen dritten Platz in den im November 2019 abgehaltenen Kentucky Jockey Club Stakes hinnehmen. In den Karrierephasen eines Rennpferdes gedacht, liegt das freilich bereits Ewigkeiten zurück.
Für das Leaderboard in der „Road to the Kentucky Derby“ – dem Punktesystem, das über die Vergabe der Startplätze entscheidet – haben diese Erfolge beachtliche 372 Punkte eingebracht.
Mit 172 Zählern Vorsprung zum Zweitgelisteten Authentic hat sich Tiz the Law unerreichbar abgesetzt.
Die ersten 16 Ränge im aktuellen Leaderboard:

Zuletzt schlugen für den Sieg in den Travers Stakes in Saratoga gleich 100 Punkte zu Buche. Dort hatte Tiz the Law im Direktvergleich mit anderen Derby-Aspiranten – Max Player, Country Grammer und Uncle Chuck – sichtlich keine Schwierigkeiten.
Die Entscheidung darüber fällt aber, ein Erfolg beim Kentucky Derby vorausgesetzt, erst bei den Preakness Stakes, die heuer ebenfalls wegen der Coronavirus-Pandemie in den Herbst verschoben wurden. Neuer Termin ist der 3. Oktober.
Video: Tiz the Law bei den Travers Stakes 2020 in Saratoga
Die größten Herausforderer: Authentic, Art Collector, Honor A.P. & NY Traffic
Gemessen am Leaderboard könnte man meinen, Authentic wäre beim Kentucky Derby die größte Konkurrenz. Tatsächlich fällt die Bilanz des von Bob Baffert trainierten Hengstes mit vier Siegen in fünf Rennen nicht wesentlich schlechter aus als die von Tiz the Law.
Grade I-Sieg ist allerdings nur einer darunter, beim Santa Anita Derby musste sich Authentic hinter Honor A. P. als Zweiter geschlagen geben.
Generell lässt sein hohes Tempo den Dreijährigen auf den ersten Blick als gefährlichen Gegner erscheinen.
The Racing Post
Doch gleichwohl er auch dort zum Sieg lief, hat die jüngste Performance bei den Haskell Stakes, Zweifel aufkommen lassen, ob Authentic über die nötige Ausdauer verfügt, beim Kentucky Derby zu bestehen.
Ähnlich dürften dies die Wettanbieter sehen, die Honor A. P. und Art Collector mit etwas besseren Chancen bewerten.
Tabelle: Die Derby-Kontrahenten & ihre Chancen im Direktvergleich
Pferd | Letztes Ergebnis | Sieg-Bilanz | Siegquote Racebets | Siegquote Pferdewetten.de |
Tiz The Law | 1. (Travers Stakes) | 6 aus 7 | 1,70 | 1,70 |
Honor A.P. | 2. (Shared Belief Stakes) | 2 aus 5 | 7,00 | 8,00 |
Art Collector | 1. Ellis Park Derby | 6 aus 9 | 8,50 | 9,00 |
Authentic | 1. (Haskell Stakes) | 4 aus 5 | 11,0 | 9,00 |
Uncle Chuck | 6. (Travers Stakes) | 2 aus 3 | 12,0 | 15,0 |
NY Traffic | 2. (Haskell Stakes) | 2 aus 9 | 15,0 | – |
Swiss Skydiver | 1. (Alabama Stakes) | 5 aus 9 | 17,0 | – |
Dr Post | 3. (Haskell Stakes) | 2 aus 5 | 17,0 | – |
Gouverneur Morris | 3. (Arkansas Derby) | 2 aus 5 | 17,0 | – |
Thousand Words | 1. (Shared Belief Stakes) | 4 aus 7 | 17,0 | 21,0 |
Cezanne | 4. (Shared Belief Stakes) | 2 aus 3 | 21,0 | 21,0 |
Max Player | 3. (Travers Stakes) | 2 aus 5 | 21,0 | 21,0 |
King Guillermo | 2. (Arkansas Derby) | 2 aus 5 | 26,0 | 26,0 |
Sole Volante | 6. (Belmont Stakes) | 4 aus 7 | 26,0 | 31,0 |
Mischevious Alex | 6. (H. Allen Jerkens Memorial) | 4 aus 9 | 26,0 | 34,0 |
Country Grammer | 5. (Travers Stakes) | 2 aus 6 | 34,0 | – |
Silver Prospector | 7. (Arkansas Derby) | 3 aus 10 | 34,0 | – |
Structor | 1. (Breeders‘ Cup Juvenile Turf) | 3 aus 3 | – | 34,0 |
Enforceable | 4. (Blue Grass Stakes) | 2 aus 10 | 34,0 | 41,0 |
Basin | 10. (Blue Grass Stakes) | 2 aus 7 | 34,0 | 41,0 |
Independence Hall | 5. (Florida Derby) | 4 aus 6 | 34,0 | 51,0 |
Storm The Court | 2. (La Jolla Handicap) | 2 aus 9 | 41,0 | 41,0 |
Mo Hawk | 7. (Caesars Stakes) | 1 aus 5 | – | 41,0 |
Eight Rings | 7. (H. Allen Jerkens Memorial) | 2 aus 6 | – | 41,0 |
Ete Indien | 4. (Allowance Optional Claiming Race) | 3 aus 7 | 41,0 | 51,0 |
Anneau d’Or | 8. (Ellis Park Derby) | 1 aus 7 | 67,0 | – |
High Velocity | 3. (Robert B. Lewis) | 2 aus 4 | – | 51,0 |
Letzterer hat bisher vor allem seine Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Gras oder Sand, Sprint oder Langdistanz: der Hengst scheint auf allen Geläufen und Distanzen zu Hause zu sein.
Zuletzt hat Art Collector eine Serie von fünf Siegen hingelegt, allerdings befinden sich unter seinen Starts keine namhaften Rennen. Der wichtigste Erfolg gelang ihm bei den Blue Grass Stakes (Grade II), wo er sich unter anderem gegen den Derby-Mit-Starter Enforceable durchsetzte.
Honor A.P. geht ebenfalls mit guten Chancen in das Kentucky Derby. Ein Sieg im Santa Anita Derby (Grade I) und ein zweiter Platz bei den San Felipe Stakes (Grade II) sprechen für sich. Generell hat der Hengst bisher noch nicht enttäuscht und ist für seine stabile Leistung (drei 2. Plätze, zwei 1. Plätze) bekannt.
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Eine Erwähnung verdient hat auch die einzige Stute auf der Liste, Swiss Skydiver, deren Start noch unsicher ist. Ihre Leistung spräche dafür, allerdings könnte es sein, dass sie ihren Platz zugunsten der Kentucky Oaks, die nur einen Tag früher (4. September, 17:45 Uhr Ortszeit) stattfinden, aufgibt. Trainer Kenny McPeek dazu: “Pretty sure it’s going to be Oaks. Peter and I will sit down about it, but leaning pretty hard to Oaks.“
Im Stutenrennen, das jedes Jahr im Vorfeld des Kentucky Derby abgehalten wird, hätte Swiss Skydiver bessere Aussichten, als im von Hengsten dominierten Derby. Geführt wird das Grade I-Rennen über eine etwas kürzere Distanz von 1.800 Meter und mit 1,25 Millionen Dollar winkt eine nicht zu verachtende stattliche Geldsumme.
Damit halten beide Rennen übrigens bei den Preisgeldern des Vorjahres. Ansonsten bekommt auch die Veranstaltung in Churchill Downs die Folgen der Coronavirus-Pandemie deutlich zu spüren.
Nicht zuletzt beschert sie der Welt das erste Kentucky Derby seit 1945, das nicht im Mai (traditionell am ersten Samstag des Monats) abgehalten wird.
Alles anders beim diesjährigen Kentucky Derby
So spät im Jahr hat das wichtigste nordamerikanische Rennen für Dreijährige-Galopper allerdings überhaupt noch nie stattgefunden.
Und mit dem Datum 5. September fällt der Event zwei Tage vor den amerikanischen Labour Day, für den im Kalender der erste Montag im September reserviert ist. Wegen des späten Termins wurde der Sommer – die „Road to the Kentucky Derby“ – mit neuen Qualifikationsrennen aufgefüllt.
Zuschauer sind dennoch nicht gänzlich verbannt. Auch auf die Siegerehrung, bei der traditionell eine aus Rosen gewirkte Decke über den Widerrist des Galoppers gelegt wird, und auf das Singen der Hymne „My Old Kentucky Home“ wird nicht verzichtet.
Mit knapp 23.000 zugelassenen Besuchern wird die Stimmung jedoch deutlich hinter den bisherigen Austragungen zurückbleiben. Zur besten Zeit, im Rekordjahr 2015, befanden sich 170.000 begeisterte Derbyfans vor Ort.
Zum Abschluss ein Fun Fact: Wer sich schon immer gefragt hat, wie die größten Derby-Sieger aller Zeiten im Direktvergleich abgeschnitten hätten, konnte sich im Mai, beim virtuellen Kentucky Derby, das als Ersatz für das verschobene Rennen abgehalten wurde, davon ein Bild machen.
In der Simulation, deren Ausgang von einem Zufallsgenerator bestimmt wurde, traten die bisherigen 13 „Triple Crown Champions“ – von Sir Barton im Jahr 1919 bis zum jüngsten Sieger, Justify 2018 – gegeneinander an.
Secretariat, der seit 1973 den Rekord der schnellsten Derby-Zeit hält (und bei den Belmont Stakes das restliche Teilnehmerfeld 31 Längen hinter sich zurückließ), hatte ebenfalls einen Platz in der Startbox. Wenig überraschend lief der Hengst in der Simulation zum Sieg.
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Über den Autor
Martin ist seit mehr als 15 Jahren im Geschäft mit Sportwetten und Pferdewetten tätig. Vom einfachen Kassenpersonal im Wettshop bis zum CEO eines großen Wettanbieters hat er dabei alle Stationen in diesem Business erfolgreich durchlaufen. Seit 2011 ist Martin als Berater in der Wettbranche aktiv und widmet sich in erster Linie dem Testen und Vergleichen der verschiedenen Wettanbieter im Internet.